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breitbandausbau in bad tölz


Wie gut ist die Internet-Versorgung in Bad Tölz tatsächlich?

In Bad Tölz gibt es zwei Unternehmen, die ein eigenes (kabelgebundenes) Netz selbst betreiben: Telekom Deutschland sowie Vodafone/Kabel Deutschland. Die Telekom ist flächendeckend aktiv und bietet derzeit technologiebedingt sehr unterschiedliche Bandbreiten. Der aktuell laufende Ausbau der Telekom (s.u.) wird bei vielen Haushalten zu einer deutlichen Verbesserung der Internet-Geschwindigkeit führen. Vodafone / Kabel Deutschland wirbt aktuell in vielen Teilen der Stadt für Produkte mit Download-Bandbreiten von "bis zu 500 MBit/s" an, konzentriert sich aber meist auf dichtere Siedlungsgebiete (z.B. Innenstadt, viele Wohngebiete, Kurviertel etc.).

Wo geht es besonders langsam?

Wirklich problematisch ist die Versorgung flächendeckend überall dort, wo sich wenig Kunden pro Fläche finden und zudem lange Glasfaser-Zuführungen nötig wären. Das betrifft vor allem den Norden von Bad Tölz (z.B. Kirchbichl). - Hier treibt die Stadt den Ausbau voran. Aber auch im dichter besiedelten Stadtbereich gibt es kleinere Teilgebeite bzw. einzelne Gebäude mit unbefriedigender Internetgeschwindigkeit. Oft können diese Anschlüsse nur durch bauliche Maßnahmen (Hausanschluss oder Inhouse-Technik) mit entsprechenden Kosten für den Nutzer verbessert werden. Förderrechtlich gelten diese Gebäude aber meist als "versorgt", sodass die Stadt hier nicht aktiv werden darf.

 

Aufstellung eines Multifunktionsgehäuses bei der Südschule. Bis zu diesen Verteilerkästen verlaufen zukünftig in großen Teilen des Stadtgebietes die Glasfaserleitungen. Im Ortsteil Ellbach sind sie bereits seit Herbst 2016 in Betrieb. Neben dem Gewerbegebiet Farchet hatte die Stadt den Ortsteil ausgeschrieben. Den Zuschlag für den Ausbau erhielt die Telekom.

Warum sind die Internet-Geschwindigkeiten so unterschiedlich?

Die tatsächlich verfügbaren Bandbreiten hängen nicht nur vom Vertrag ab, den der Kunde mit dem Anbieter abgeschlossen hat.  Entscheidend für die Internet-Geschwindigkeit sind auch die verwendete Technologie und die Kabellänge vom Hauptverteiler bzw. vom Verteilerkasten bis zum Kunden. Während Vodafone/Kabel-Deutschland auf eine Kombination aus Glasfaser und (Fernseh-)Koaxialkabel setzt, kombiniert die Telekom meist klassische Kupfer-Leitungen mit der schnellen Glasfaser-Technik.

Was darf eine Stadt in Sachen Internet-Ausbau tun und was nicht?  

Städte und Gemeinden dürfen in Deutschland in den streng regulierten Telekommunikationsmarkt nur sehr bedingt eingreifen. Lediglich im Rahmen eines von der EU zugelassenen Verfahrens ist dies - in engen rechtlichen Grenzen - möglich. Der Wettbewerb zwischen den Netzbetreibern gilt für die EU als oberstes Prinzip. Als Grenze gelten hier nach wie vor 30 MBit/s: Überall dort, wo mindestens ein Anbieter darüber liegt (oder einen selbst finanzierten Ausbau mit dieser Bandbreite plant), darf die öffentliche Hand überhaupt nicht eingreifen.

Was hat die Stadt Bad Tölz bisher getan?

Die Stadt hat den Ausbau im Gewerbegebiet Farchet und im Ortsteil Ellbach 2014 angestoßen und hierfür das bayerische Breitband-Förderprogramm genutzt. In beiden Ausbaugebieten ist schnelles Internet seit September 2016 für die Kunden verfügbar. Eine Besonderheit stellt dabei der Ausbau im Gewerbegebiet dar, bei dem die Glasfaserleitungen bis in die Gebäude führen (FTTB-Technologie). Hierdurch sind hohe und zukunftsfähige Bandbreiten von weit über 100 MBit/s möglich. Bad Tölz war eine der ersten Städte, die das Förderverfahren für den FTTB-Ausbau genutzt hat.

 

Glasfasern verlaufen in so genannten "Speedpipes" (Mirko-Lerrohren). Gegenüber den Kupferleitungen ermöglichen sie deutlich schnellere Bandbreiten. Speedpipes führen vom Hauptverteiler entweder bis zum Verteilerkasten (FTTC) oder - wie im Gewerbegebiet Farchet - bis ins Gebäude (FFTB).

Wie geht es nach dem Ausbau von Ellbach und Farchet weiter?

Inzwischen ist die Stadt zwei weitere Male in das Förderverfahren eingestiegen, und zwar flächendeckend mit dem gesamten Stadtgebiet. Ziel war es herauszufinden, wo die Stadt überhaupt noch aktiv werden darf. 

... und was war das Ergebnis?

Im Rahmen dieser so genannten "Markterkundung" hat die Telekom angekündigt, die Bandbreite in weiten Teilen der Stadt deutlich zu erhöhen. Laut Information des Unternehmens sollen rund 7.000 Haushalte im Laufe des Jahres 2018 mit mindestens 50 MBit/s versorgt sein. Gemeinsam mit der zweiten Ausbauwelle des Unternehmens (voraussichtlich 2019/2020) soll dann die Mehrzahl der Tölzer Anschlüsse aufgerüstet sein. (Eine Garantie für diesen Zeitplan und eine offizielle Information über das Ausbaugebiet gibt es von der Telekom allerdings nicht.)

Heißt das, der städtisch initiierte Ausbau ist beendet?

Nein, denn die Markterkundung hat auch ergeben, dass es unterversorgte Gebiete gibt, die von keinem Netzbetreiber in Angriff genommen werden. Das sind vor allem die erwähnten dörflichen Siedlungen bzw. Höfe und Weiler (z.B. Kichbichl, Reut, Rain, Ratzenwinkl/Walgerfranz/Rosswies, Moralthof, Fürholzen etc.). Auch wenn das Verhältnis von Aufwand zu Nutzen dort weniger gut ausfällt als z.B. in Ellbach oder im Farchet, hat sich der Stadtrat für einen Ausbau in den o.g. Gebieten entschieden und die hierfür nötigen Mittel genehmigt. Bei einigen Gebieten (z.B. Kogl, Ober- und Untermühlberg) ist aber nach wie vor unklar, wie eine Erschließung technisch realisiert werden kann, weil ggf. eine Anbindung über Nachbargemeinden erfolgen muss, die derzeit selbst in der Ausbauplanung sind.

Was muss ich tun, um schnelles Internet zu bekommen?

Ganz egal, in welchem Ausbaugebiet ein Haushalt liegt: Die Bandbreite steigt in der Regel nicht automatisch. Kunden müssen also aktiv den jeweiligen Anbieter nach der verfügbaren Bandbreite und den sich daraus ergebenden Produkten fragen.

Ihr Ansprechpartner
Falko Wiesenhütter
Falko Wiesenhütter

Referat für Stadtmarketing, Tourismus- und Wirtschaftsförderung
Max-Höfler-Platz 1
83646 Bad Tölz